Blog

Autorenarchiv: Brigitta Höpler

Entlang der Milchstraße

März 2014, Hasnerstraße, 1160 Wien Von einem ehemaligen Milchgeschäft erzählen mattrote Rollbalken, vier rote Buchstaben und ein fehlendes L.  MI CH. Ein weiterer Schriftzug für meine Stadtschrift-Sammlung, denke ich. Und fotografiere. Schaue auf diese vier und den fehlenden Buchstaben, bleibe wie angewurzelt stehen. Plötzlich die Erkenntnis, dass mich genau das, die nächsten Jahre beschäftigen wird. […]
Veröffentlicht in Allgemein | Kommentieren

All die Tage, Orte, Worte. Sommer 2019

Juli 2019, Altaussee Der See. Der Berg. Der Wald. Der Hirsch. Die Stutzen. Das Dirndl. Die Alteingesessenen. Die Neueingesessenen. Das Sehen. Das Gesehen werden. Das Konservieren. Das Verschwinden. Das Verkleiden. Die Kulisse. Die Eindringlinge. Das Hallstadt-Gespenst. August 2019 In der Früh, noch im Bett, ist mir Biaggio Marin eingefallen. Der gradesische Dichter. Sein Haus am […]
Veröffentlicht in Allgemein | Kommentieren

Zeitspuren

1 Alle diese Jahre, Monate, Tage, Augenblicke, Gedanken, Worte. Alle diese Schritte, Wege, Orte.   2 Schreiben: verdichten, ausdehnen, festhalten. Entlang des gemeinsamen Wortursprungs von Text und Textil, lateinisch texere, verbinden, verknüpfen. Beobachtungen, Gedanken, Gefühle, Worte, Sätze verweben.   3 Meine Großmutter hat Tag für Tag in ein kariertes Heft mit blauem Kugelschreiber notiert, wie […]
Veröffentlicht in Allgemein | Kommentieren

Wenn aus Orten Räume werden. Zum Beispiel der Kulturbahnhof Altenmarkt

Immer wieder frage ich mich, wie – abseits physikalischer Gesetzmäßigkeiten – Raum entsteht. Immer wieder finde ich Räume, wo das gelungen ist. Immer wieder suche ich diese atmosphärischen Raumfaktoren aufzuspüren und zu benennen. Die Gedanken anderer helfen beim Denken, wie überhaupt Kunst, Literatur und Musik in meinem Leben immer wieder Hilfe sind. Michel de Certeau […]
Veröffentlicht in Allgemein, Kunst, Räume | Kommentieren

Abfallendes aufgelesen – zum Stadtschreiben 2019

Was aus unserem Leben so abfällt: Dinge, die wir nicht mehr brauchen, nicht mehr schätzen, die zu Ende verwendet sind, für die wir nicht mehr sorgen (wollen, können) – wir entsorgen sie. Gibt es Zwischenstationen im Entsorgen? Wird Abfallendes zwingend zu Abfall, also zu Müll? Wohin kommen die abfallenden Dinge? Es gibt Orte, wie CARLA, […]
Veröffentlicht in Allgemein, Flanieren, Schreiben, Stadt | Kommentieren

Trnava

Ich sitze neben der Kirche des heiligen Michael. Die Glocken läuten. Die Sonne wärmt. Ich warte auf Thomas. Die Krokusse blühen, erinnern mich an meinen Kindheitsgarten. Meine Hüfte tut weh. Das Licht ist milchig. Die Glocken läuten noch immer. Ich weiß nicht, ob die Säule vor mir eine Pest,- Dreifaltigkeits- oder sonstige Säule ist. Wozu […]
Veröffentlicht in Allgemein, Flanieren, Schreiben, Stadt | Kommentieren

Worte finden

Worte finden für das, was ich erlebt, erfahren, gefühlt, gedacht habe, was ich gesehen, gerochen, geschmeckt, gehört habe. Worte finden für das, was mich beschäftigt, mich freut, mich ängstigt, tröstet, aufregt, beruhigt, langweilt, mir Herzklopfen macht. Worte finden für die Menschen in meinem Leben. Worte finden für die Orte an denen ich war, die Behausungen, […]
Veröffentlicht in Allgemein, Schreiben | Kommentieren

Herbstwärts

Bei Sturm und Schmalzbrot, die Septembersonne im Gesicht, fühle ich mich aus der vergehenden Zeit gefallen. Im Lusthauswasser spiegeln sich die leicht verfärbten Bäume so wie letzten Herbst, und vorletzten und vorvorletzen und so weiter. „Alle sechs Flaschen Sturm sind explodiert“ erzählt die Frau am Nebentisch. Ein wenig „durch den Sturm sein“ und weiter die […]
Veröffentlicht in Allgemein, Flanieren, Stadt | Kommentieren

barock bewegt

Wenn ich durch Städte flaniere, gehe ich üblicherweise in Kirchen. Vielleicht ein Kunsthistorikerinnen-Reflex, mehr aber die Sehnsucht nach Stille, nach Unterbrechung. Kirchen sind für mich Refugien. Dort bin ich ungestört, kann fraglos einfach da sein. Die Barockkirchen lasse ich auf meinen Wegen allerdings weitgehend aus. Zu viel Prunk, zu viel Gold, zu viel Schein. Zu […]
Veröffentlicht in Allgemein, Flanieren, Kunst, Stadt | Kommentieren

Viktor Adler Markt, 1100 Wien

Hellblaue Bademäntel hängen zwischen gemusterten Haushaltsschürzen, falschen Leder- und verzierten Jeansjacken. Ein Kilogramm Kuheuter kostet zwei Euro, das Kopffleisch vier Euro. Einer will einen Pansen, der andere nimmt lieber ein Herz. Aus Liebe zur Tradition, alarmgesichert und videoüberwacht. Personalalarm und Panikalarm sind heute im Angebot (mit drei Rufzeichen) und kosten nur zwölf Euro. Auch der […]
Veröffentlicht in Allgemein, Flanieren, Stadt | Kommentieren
  • Text und Raum, Weben und Wirken

    Diese Begriffe sind meine Arbeit, meine Sehnsucht, mein Zuhause, mein Weg, meine Gestaltungsmöglichkeit, meine Begabung, meine Herausforderung.