Blau machen oder das Stück Himmel über mir

Wie oft wünschen wir uns, einfach „blau zu machen“. Das Gewohnte durchbrechen, uns treiben lassen, nichts tun. Die Gedanken kommen und gehen lassen. In die Luft schauen, träumen. Keine blauen Wunder erleben, sondern neue Eingebungen. Im verlässlichen Blau des Himmels versinken, das immer da ist, auch wenn der Himmel manchmal schwarz, grau, violett, oder weiß ist.

„Jetzt ist der Himmel ganz weiß. Du kannst dir ja nicht vorstellen, in wie vielen Schattierungen ich ihn hier von der Straße aus schon gesehen habe. Auf dem Weg zur Firma habe ich immer nur nach unten geschaut, auf das Pflaster. Ich war ständig in Eile. Der Himmel war ganz weit oben über den Häusern, und ich bin nie auf die Idee gekommen, einmal hoch zu schauen.
Ja, heute ist der Himmel über mir weiß und schimmert wie eine Handvoll Perlen. In Momenten wie diesen wünsche ich mir, ich hätte Flügel“.
(aus: Maria Barbal, Emma, Transit Verlag, Berlin, 2009)

Die kürzeste Unterbrechung ist ein Blick in den Himmel. Wir müssen nur auf die Idee kommen, hinauf zu schauen. Mich hat vor Jahren eine Ausstellung von James Turells „skyspaces“ (die mit Himmelsausschnitten und Licht spielen) inspiriert, mehr in den Himmel zu schauen, der in der Stadt durch die Architektur immer neue Formen bekommt.

Wer Lust auf eine etwas längere Unterbrechung hat, den lade ich zu einer Kunstpause ein, an einem Freitag im Juni, – einmal etwas früher mit der Arbeit aufhören, blau machen, in den Himmel schauen und schreiben.

1 Kunstwerk. Viele Perspektiven.

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2 Kommentare

  1. heini staudinger
    Erstellt am 28. Mai 2010 um 22:32 | Permanent-Link

    super.
    blaumachen und der himmel.

    wir nennen unser geschäft in der himmelpfortgasse “himmel”.
    der himmel ist unser bester laden. so soll es auch sein.

    charme und witz deiner worte sind ein gedicht.
    super.
    danke,

    heini

  2. Erstellt am 5. Juni 2010 um 09:05 | Permanent-Link

    der himmel
    er ist nicht in jedem falle die inspiration für mein tun und denken und schreiben. er ist zu blau und lähmt, wie er auch bedeckt die gleiche marotte auslösen kann. allerdings ist dann ´der himmel´ verschwistert mit dem wetter. der himmel und das wetter sind immer da. die wahrnehmung bedarf der aufforderung. den himmel als ort zu adoptieren – siehe heinis laden – das ist eine gute idee. immer mit vollem bewusstsein im himmel zu leben, ist langweilig. aber für die möglichkeit, den himmel zu erlangen, in ihn eintreten zu dürfen für eine weile – das hat seinen reiz.
    der himmel über mir – heute ist er strahlend blau.

    rosadora

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