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	<title>Brigitta Höpler</title>
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		<title>Die Landschaft in meiner Hand oder Landkarte des Augenblicks</title>
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		<pubDate>Sun, 22 Apr 2012 19:13:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitta Höpler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[Ist in meiner Hand zu lesen, daß ich im Baumgrün versinken kann, daß ich Bäche und Flüße mag, gerne in kühlen Seen schwimme, und die Landschaften Englands und Irlands liebe? Erzählt habe ich Angela Dorrer nichts davon, wir sind einander heute das erste Mal begegnet. Meine Hand liegt auf dem Tisch unter einem Vergrößerungsglas mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ist in meiner Hand zu lesen, daß ich im Baumgrün versinken kann, daß ich Bäche und Flüße mag, gerne in kühlen Seen schwimme, und die Landschaften Englands und Irlands liebe? Erzählt habe ich Angela Dorrer nichts davon, wir sind einander heute das erste Mal begegnet. Meine Hand liegt auf dem Tisch unter einem Vergrößerungsglas mit Licht. Aquarellfarben, ein Glas mit Wasser und ein paar Pinsel &#8211; mehr braucht Angela Dorrer nicht für ihre Handscapes.</p>
<p>Sie schaut einige Zeit auf meine Hand, und beginnt mit Grün. Hellgrün, Frühlingsgrün als Grundierung. Die Farbe haftet nicht überall auf meiner Handfläche. Die nächste Schicht ist ein dunkleres Grün. Rillen und Linien werden sichtbar, Muster und Strukturen. Gelb kommt dazu, olivengrün, ocker. Manches wird wieder übermalt. Hügel, Täler, Wiesen, Sümpfe zeichnen sich ab. Dunkelblau lässt Wasserläufe und Seen entstehen.</p>
<p>Die Landschaft verändert sich mit der Bewegung der Hand. Die Haut wirkt an manchen Stellen durchscheinend, als lägen darunter weitere Landschaften und Linien. Immer wieder muß ich in meine Handflächen schauen, immer wieder sehe ich neue Landschaften. Vermeide Berührungen und Wasser, und weiß doch um die Vergänglichkeit des Ganzen.</p>
<p>Auch wenn von Angela Dorrers Handscape nichts mehr zu sehen sein wird, hat sich der Blick auf meine Handfläche doch verändert. Kunst macht sichtbar. Kunst und Reisen weitet den Blick. Reisen ist auf soviele Arten möglich.</p>
<p>Gerade heute schickt mir eine Freundin diesen kurzen Text von Doris Mühriger:</p>
<p><em>Reisen</em><br />
<em>Aber wohin frage ich</em><br />
<em>Heimwärts</em><br />
<em>Aber wo ist das frage ich</em><br />
<em>Innen sagt die Stimme </em></p>
<p>Von Angela Dorrer gibt es ein Booklet <em>&#8220;Zwölf Länder oder auch zwölf Reisen in fremden Händen &#8211; farbige Landkarten mit Auszügen aus dem Reiselogbuch&#8221;. </em>Mehr über die Handscapes und andere Projekte auf ihrer <a href="http://new.andorrer.de/hands/news.htm " target="_blank">Webseite</a>.</p>
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		<title>Blickwinkel &#8211; Für Isabelle</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 16:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitta Höpler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Immer wieder schreibe ich auf meiner Webseite &#8220;Dank an Isabelle Schützenberger für die Fotos&#8221;,  jetzt ist es Zeit, einmal über sie und ihre Fotos zu schreiben! &#8220;Aus flüchtigen Momenten entsteht etwas nicht Flüchtiges. Ein konkretes Bild, eine Geste, ein Ort, eine Zeit, ein Gefühl, ein Licht, ein Gedanke&#8221; schrieb mir Isabelle aus einer Ausstellung in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Immer wieder schreibe ich auf meiner Webseite &#8220;Dank an Isabelle Schützenberger für die Fotos&#8221;,  jetzt ist es Zeit, einmal über sie und ihre Fotos zu schreiben!</p>
<p><em>&#8220;Aus flüchtigen Momenten entsteht etwas nicht Flüchtiges. Ein konkretes Bild, eine Geste, ein Ort, eine Zeit, ein Gefühl, ein Licht, ein Gedanke&#8221; </em>schrieb mir Isabelle aus einer Ausstellung in der Galerie Westlicht, und daß sie dabei an meine Arbeit dachte. Ich wiederum hatte sofort  ihre Fotografien im Kopf, die man nicht besser beschreiben könnte &#8230;</p>
<p>Für mich ist ihr Blick auf die Welt ein zärtlicher, sinnlicher, der über das reine Sehen hinausgeht, der zu riechen, zu schmecken, zu tasten scheint. Ein Blick, der die Berührung enthält. Wenn sie fotografiert, ist soviel Aufmerksamkeit, Stille und Intensität der Wahrnehmung zu spüren. In diesem Augenblick verbindet sie sich mit ihrem Gegenüber, was oder wer immer dieses Gegenüber ist. <a href="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/ein-hin-und-ein-her-461.jpg" rel="lightbox[651]"><img class="alignright size-medium wp-image-657" title="ein hin und ein her (46)" src="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/ein-hin-und-ein-her-461-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a></p>
<p>Niemand kann mit den Augen eines anderen sehen, aber durch die Fotos ist es ihr möglich, ihren Blick zu teilen. Überraschende Perspektiven, ungewohnte Blickwinkel, eine Ahnung des Ganzen im Detail,  machen die Qualität ihrer Fotos aus.</p>
<p>Ich freue mich über ihre Fotos, immer wieder, nicht nur auf meiner Webseite!</p>
<p><a href="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/ein-hin-und-ein-her-46.jpg" rel="lightbox[651]"></a></p>
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		<title>Das Weite suchen</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Feb 2012 13:13:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitta Höpler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Räume]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich bin dabei, den Nachmittag 1 Kunstwerk. Viele Perspektiven im Atelier von Silvia Grossmann vorzubereiten. Gemeinsam haben wir den Titel &#8220;unterwegs weitet sich der Blick&#8221; gefunden. In Silvias Arbeiten ist ihr Blick enthalten. Ein wissender, ein erinnernder wie zugleich unvoreingenommener, weiter Blick. Wissend, in dem der Blick alle gesehen und erlebten Landschaften und Meere enthält, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich bin dabei, den Nachmittag <a href="http://www.brigittahoepler.at/raume/1-kunstwerk-viele-perspektive/" target="_blank">1 Kunstwerk. Viele Perspektiven</a> im Atelier von <a href="http://www.silvia-grossmann.at/" target="_blank">Silvia Grossmann</a> vorzubereiten. Gemeinsam haben wir den Titel &#8220;unterwegs weitet sich der Blick&#8221; gefunden. In Silvias Arbeiten ist ihr Blick enthalten. Ein wissender, ein erinnernder wie zugleich unvoreingenommener, weiter Blick. Wissend, in dem der Blick alle gesehen und erlebten Landschaften und Meere enthält, und unvoreingenommen, bereit, sich überraschen zu lassen, als wäre diese Landschaft, dieses Meer, dieser Himmel der erste.<a href="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/DSC_05754.jpg" rel="lightbox[623]"><img class="alignright size-thumbnail wp-image-633" title="DSC_0575" src="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/DSC_05754-150x150.jpg" alt="" width="150" height="150" /></a><a href="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/DSC_05752.jpg" rel="lightbox[623]"></a></p>
<p>Jetzt, nach einer Woche in den Bergen und im Gedanken an Silvia Grossmann und ihre Arbeiten habe ich ständig drei Worte im Kopf: DAS WEITE SUCHEN. Sie sucht das Weite, nicht nur auf ihren ausgedehnten Reisen und Segeltörns. In ihren Arbeiten lotet sie die Horizonte aus, die Berührungen zwischen Wasser und Himmel, Wasser und Land.</p>
<p>Auch ich suche das Weite, immer wieder. Diese Suche prägt die Wahl der Urlaubsquartiere: kein Haus im Tal, sondern einer der höchst gelegenen Bauernhöfe muss es sein. Himmel, Berge, Licht, ausgedehnte, glitzernde Schneeflächen um uns herum. Wie kann sich da der Blick nicht weiten? Eine angenehme Weite im Inneren breit machen?</p>
<p>Das Weite suchen ist auch der Titel eines Buches, herausgegeben von <a href="http://www.unikum.ac.at/" target="_blank">UNIKUM Klagenfurt</a>. Mit dem Untertitel &#8220;Zu Fuß von Kärnten nach Triest. Ein Wander-Reise-Lesebuch&#8221;. Durch eine Landschaft, in der man sich langsam auf das Meer zu bewegt.</p>
<p>Wenn alles zu eng, zu nahe, zu laut, zu dicht wird, hat das Weite suchen etwas Drängendes, Fluchtartiges.</p>
<p>Das Weite auf Reisen suchen &#8211; und auch finden &#8211; ist relativ einfach. Das Weite in der Nähe suchen &#8211; und auch finden &#8211; ist oft viel schwieriger. Der Blick über den Suppentellerrand hinaus. Manchmal muß ich tatsächlich irgendwo hinauf gehen, den Blick von oben schweifen lassen, bis sich die Dinge herunten wieder relativieren. Meistens reicht ein bewusster Blick in den Himmel. Oder Kunst, immer wieder.</p>
<p>1 Kunstwerk. Viele Perspektiven. Schreiben in Ateliers. Samstag, 3. März 2012, Atelier Silvia Grossmann</p>
<p>Dank an Isabelle Schützenberger für das Foto</p>
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		<title>Jännertage</title>
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		<pubDate>Mon, 09 Jan 2012 15:48:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitta Höpler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Räume]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[﻿﻿﻿Wand- und Tischkalender sind nicht so meine Sache, Gedenktage auch nicht. Trotzdem liegt auf meinem Schreibtisch der &#8220;Literarische Wochenplaner&#8221;, das Geschenk einer Freundin &#8220;zur Inspiration&#8221;. Mein Blick bleibt am 3. Jänner hängen, Maxie Wander hätte heute Geburtstag. So lange habe ich ihre Briefe und Tagebücher &#8220;Ein Leben ist nicht genug&#8221; und &#8220;Leben wär eine prima [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>﻿﻿﻿Wand- und Tischkalender sind nicht so meine Sache, Gedenktage auch nicht. Trotzdem liegt auf meinem Schreibtisch der &#8220;Literarische Wochenplaner&#8221;, das Geschenk einer Freundin &#8220;zur Inspiration&#8221;.</p>
<p>Mein Blick bleibt am 3. Jänner hängen, Maxie Wander hätte heute Geburtstag. So lange habe ich ihre Briefe und Tagebücher &#8220;Ein Leben ist nicht genug&#8221; und &#8220;Leben wär eine prima Alternative&#8221;, und die Frauenprotokolle &#8220;Guten Morgen, du Schöne&#8221; nicht in der Hand gehabt. Vor 25 Jahren haben meine Freundinnen und ich diese Bücher &#8220;verschlungen&#8221;. Wir waren so angesprochen von ihrem Lebenshunger, ihrer leidenschaftlichen Neugier auf Bücher, Menschen, Musik, Gespräche, Gedankenaustausch, die Welt &#8211; ein Leben kann gar nicht genug sein! Wir haben einander Gedanken und Sätze vorgelesen und geschrieben.  Allerdings habe ich das herausgelesen, was mich als 20-jährige beschäftigt hat. Krankheit, Tod, die dunklen, schwierigen und widersprüchlichen Seiten des Lebens habe ich einfach ausgeklammert. Jetzt wäre es Zeit, die Bücher aus dem Regal zu nehmen, Maxie Wanders Geburtstag zu würdigen, wieder in den Bücher zu lesen. Ohne zu überspringen, auszulassen, zu überlesen.</p>
<p>Zwei Seiten weiter im Literaturkalender begegnet mir Bettine von Arnim. Ich denke an Briefe, Briefromane, Salon, die Suche nach dem eigenen Ausdruck, dem eigenen Raum. Noch einmal umblättern, und Virginia Woolf hat Geburtstag. Der beinahe schon abgedroschene und doch ewig gültige Satz <em>&#8220;Eine Frau braucht Geld und ein Zimmer für sich allein&#8221;</em> fällt mir sofort ein. Das eigene Zimmer, der eigene Raum, der eigene Denk- und Lebensraum. Wie sehr hat Bettine von Arnim darum gekämpft, und viel später Maxie Wander.</p>
<p><em>&#8220;Neugierig sein auf sich selber und sich zutage fördern&#8221; </em>schreibt Bettine von Arnim, <em>&#8220;Selbstdenken ist der höchste Mut &#8230; wer wagt, selbst zu denken, wird auch selbst handeln&#8221; </em>und <em>&#8220;klemme nicht deine Flügel ein, fliege so hoch und so weit dich deine Flügel tragen, ihre Kraft zu proben ist nicht Sünde&#8221;. </em>Und Maxie Wander: <em>&#8220;Es geht nicht darum, die Menschen wirklich zu kennen oder zu durchschauen, es genügt, die Arme auszustrecken, sie zu betrachten und lebendige Gespräche zu führen&#8221;. </em></p>
<p>Verbindungen zwischen diesen Frauen entstehen, Berührungspunkte tauchen auf. Maxie Wander unternahm &#8220;Fluchten&#8221; aus dem Alltag, in Schriftstellerheime, wie sie in der DDR üblich waren. So kam sie ins Schloss Wiepersdorf und zu den Briefen von Bettine von Arnim. Ich recherchiere weiter und komme zu zwei Adressen in Berlin: die Wanders im Künstlerdorf Kleinmachnow bei Berlin, und Unter den Linden 21, Bettines Salon in Berlin. Fred und Maxie Wander hätten natürlich niemals den bürgerlich verpönten Begriff &#8220;Salon&#8221; auch nur gedacht, und doch denke ich, daß sie die Idee des Salons in ihrer Zeit, in ihrem Haus umsetzten. In Kleinamchnow wie in Berlin ein offenes Haus, in dem sich unterschiedliche Menschen zu Gedankenaustausch und Diskussion treffen konnten, die Suche nach neuen Lebensformen, ein Raum für Unkoventionelles, Kritisches, soziales und politisches Engagement.</p>
<p>Und die Fortsetzung dieser Gespräche in Briefen. Wahrscheinlich wären Bettine von Arnim und Maxie Wander begeisterte &#8220;Facebookerinnen&#8221;, würden Gruppen gründen, vernetzen und verbinden, schreiben, widersprechen, bestätigken, aufrütteln, einladen.</p>
<p>3 Wochen im Jänner, 3 Frauen, die mich anregen und inspirieren.</p>
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		<title>Reisen heißt in Bewegung sein</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Sep 2011 14:37:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitta Höpler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Reisen heißt für mich in Bewegung sein. Oft die Perspektive wechseln. Offen sein. Schauen. Wahrnehmen. Riechen. Schmecken. Fühlen. Hören. Lesen. Schreiben. Jeden Tag neu sein, oder es zumindest versuchen. Mein Reisesommer hat für mich mit dem Buch von Ulrike Juza &#8220;Die Erde ist auf den Satz gefallen&#8221; begonnen, das mir eine Freundin im Juni geschenkt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Reisen heißt für mich in Bewegung sein. Oft die Perspektive wechseln. Offen sein. Schauen. Wahrnehmen. Riechen. Schmecken. Fühlen. Hören. Lesen. Schreiben. Jeden Tag neu sein, oder es zumindest versuchen.</p>
<p>Mein Reisesommer hat für mich mit dem Buch von Ulrike Juza &#8220;Die Erde ist auf den Satz gefallen&#8221; begonnen, das mir eine Freundin im Juni geschenkt hat, eingepackt in eine Zeitungsseite mit Himmel, Meer und den Worten &#8220;Hin und Weg&#8221;. Ulrike Juzas Buch ist das Tagebuch ihrer Reise um die Welt.<em> &#8220;ich bin damals einfach aus der tür hinausgegangen, habe den nachtzug nach hamburg genommen und bin ein jahr und zwei tage lang nur dem herzschlag gefolgt &#8230; nur voll vertrauen in die erde und das leben &#8230; je freier du bist, desto mehr kann auf dich zukommen&#8221;.</em></p>
<p>Das sind schöne Sätze, die ich gerne immer wieder lese. Auf Zettel hat Ulrike Juza unterwegs Worte gesammelt, Gesehenes, Erlebtes, Gefühltes aufgeschrieben. Aus den Worten Sätzen geformt, letztendlich eine Auswahl getroffen und ein einem Buch zusammengefasst.</p>
<p><a href="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/100_08851.jpg" rel="lightbox[546]"><img class="alignright size-medium wp-image-556" title="100_0885" src="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/100_08851-300x276.jpg" alt="" width="300" height="276" /></a>Ihre Worte haben meine bereichert, während ich in Europa unterwegs war, haben meine Aufmerksamkeit geschärft.</p>
<p>Die erste Reise in diesem Sommer führte mich nach Barcelona &#8211; eine einzige Einladung zum Flanieren und Stadt-bewohnen. Barcelona, das sind 42 Märkte, 2 Hügel, breite Straßen, enge Gassen, gelbe Blüten auf grauem Asphalt, Palmen, Olivenbäume, Akazien.</p>
<p>Auf einem kleinen Platz in Brüssel begegne ich Jacques Brel auf einem lebensgroßen Foto und bekomme Lust, wieder einmal seine Lieder zu hören. Fetzen von Melodien und Liedtexten begleiten mich an diesem Augustabend in Brüssel: La valse à mille temps, Quand on n&#8217;a que l&#8217;amour &#8230;</p>
<p>Auf der Fähre nach England dann die Möwen. Die Liebe zu diesen Vögeln teile ich mit Ulrike Juza. <em>&#8220;die möwen. sich gleiten lassen. nicht dem wind ausweichen und nicht verzweifelt einen ausweg suchen. lass sein&#8221;. </em>Stundenlang könnte ich ihnen zuschauen. Wie sie mit dem Wind und den Wellen spielen. Ein paar Flügelschläge machen. Gelassen und unaufgeregt.</p>
<p>In London trinke ich starken schwarzen Tee, müde von dieser Stadt und unruhig. &#8220;Abwarten und Tee trinken&#8221;. Abgedroschen, aber tröstend dieser Satz, der mir in den Kopf kommt.</p>
<p>Südengland ist grün, und der Himmel so nahe. Hinter jedem Hügel ein Horizont. Dahinter das Meer, oder noch ein Hügel. Nach drei Tagen am Meer spüre ich, was die Redewendung &#8220;durch den Wind sein&#8221; bedeutet.</p>
<p>Das Reisetagebuch füllt sich mit Worten, Sätzen, Bildern, die Taschen mit Muscheln und Steinen, der Kopf mit Bildern, Eindrücken und Erlebnissen.</p>
<p>Zurück in Wien nehme ich die Fäden meiner Arbeit wieder auf, und den Haushalt, und wünsche mir, in Bewegung zu bleiben, oft die Perspektive zu wechseln.</p>
<p>Das Buch von Ulrike Juza &#8220;Die Erde ist auf den Satz gefallen&#8221; ist im Eigenverlag erschienen und bei ihr zu bestellen: <a href="http://www.ulrikejuza.com" target="_blank">www.ulrikejuza.com</a></p>
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		<title>Ein Raum für mich alleine &#8211; Schreiben in Ateliers</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Apr 2011 15:01:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitta Höpler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Räume]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Atelier von Waltraud Palme Das Geschenk der Kunst ist die Unterbrechung. Die Unterbrechung des Gewohnten, Bekannten. Etwas blitzt auf, berührt mich, erstaunt mich, beunruhigt mich, erfreut mich. Das ist auch das Anliegen, das was uns am Herzen liegt, hinter dem Projekt „1 Kunstwerk. Viele Perspektiven“. Der Titel für diesen Nachmittag „Ein Raum für mich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Im Atelier von Waltraud Palme</strong></p>
<p>Das Geschenk der Kunst ist die Unterbrechung. Die Unterbrechung des Gewohnten, Bekannten. Etwas blitzt auf, berührt mich, erstaunt mich, beunruhigt mich, erfreut mich. Das ist auch das Anliegen, das was uns am Herzen liegt, hinter dem Projekt „1 Kunstwerk. Viele Perspektiven“.</p>
<p>Der Titel für diesen Nachmittag „Ein Raum für mich alleine“ entstand aus den Berührungspunkten der Ansätze und Arbeiten von Waltraud Palme und unserem Projekt. Es ist das Thema <strong>„</strong>Raum“. Waltraud spricht von ihren Künstlerbüchern als einen „alternativen Raum, der mehr als ein paar Bilder beinhaltet“. Ich verstehe Kunst auch so. Ein Kunstwerk kann einen Raum öffnen, ein Raum für mich alleine, für das, was das Kunstwerk mit mir macht. Ein Raum, für meine Wahrnehmungen, Entdeckungen, Fragen, Gedanken, Einfälle, Gefühle, Assoziationen. Genauso verstehen Ana und ich das leere Blatt Papier.</p>
<p>Ein weiterer Berührungspunkt ist das Thema „Auftauchen lassen“. Waltraud Palme hat ein großes Archiv angelegt, in dem sie die unzähligen Schablonen und Folien sammelt und ablegt, die sie dann für ihre Arbeiten verwendet. In uns lagern auch jede Menge Eindrücke, Erinnerungen, Worte, Bilder, … die auf unterschiedliche Weise auftauchen, in Träumen, durch Kunst, durch Schreiben.</p>
<p><em>„Raum ist nur für denjenigen Raum, der sich in ihm bewegt&#8221; </em>(Friedrich Kiesler). Das können ganz kleine Bewegungen sein. Die Augen bewegen sich. Ich kann meinen Blick wandern lassen. Meine Gedanken bewegen sich. Vielleicht in ganz kleinen Schritten oder großen Sprüngen. Meine Finger bewegen sich, blättern eine Seite um. Fahren ganz sanft über das Papier. Blättern wieder zurück. Ich bewege mich durch den Raum.</p>
<p>Waltraud Palme über das Künstlerbuch: <em>„für mich ist es ein alternativer Raum, der mehr als ein paar </em><em>Bilder beinhaltet und das Betrachten zu einem haptischen Erleben werden lässt“.</em> <em>„Wie sonst eher in Vitrinen zu finden, sollen hier im kleinen Rahmen die Werke für den Betrachter zum Begreifen, Blättern, Öffnen und Schließen auflegen“. <a href="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/DSC_0779.jpg" rel="lightbox[484]"></a></em></p>
<p>Arbeiten von Waltraud Palme, und vielen anderen Künstlerinnen und Künstlern, u. a. Eva Hradil, Martin Anibas, Linde Waber sind gerade in der Ausstellung „NICHTS WIE WEG / A-WAY  Künstler / Reise / Tagebücher“ zu sehen.</p>
<p>Kunsthaus Horn / 1. Stock / Wienerstraße 2<br />
Eröffnung: Sonntag, 1. Mai 2011, 11:00 Uhr<br />
Öffnungszeiten: Freitag 15:00 &#8211; 18:00 Uhr, Samstag 10:00 &#8211; 17:00 Uhr, bis 9.Juli 2011</p>
<p><strong>Der nächste Termin für &#8220;1 Kunstwerk. Viele Perspektiven &#8211; Schreiben in Ateliers&#8221; ist Freitag, 10. Juni, 16 Uhr bis 17.30 in der Werkstatt von Alexander Ortel.</strong></p>
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		</item>
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		<title>100 schöne Dinge oder warum immer nur Erledigungslisten schreiben</title>
		<link>http://www.brigittahoepler.at/100-schone-dinge-oder-warum-immer-nur-erledigungslisten-schreiben/</link>
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		<pubDate>Tue, 05 Apr 2011 10:16:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitta Höpler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Ich hole meine Listen aus der Schublade, in die ich sie geräumt hatte, und studierte meine Vorschläge. … Jedes Wort, das ich lese, ist ein bunter Lampion, der eine wohltuende Helligkeit verbreitet.“ (Agnès Desarthe, Mangez-moi) Listen schreiben gehört wohl zum Alltag von uns allen. Wer kennt nicht die endlosen  Erledigungs- und Einkauflisten? Das bringt (manchmal) [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8220;Ich hole meine Listen aus der Schublade, in die ich sie geräumt hatte, und studierte meine Vorschläge. … Jedes Wort, das ich lese, ist ein bunter Lampion, der eine wohltuende Helligkeit verbreitet.“ (Agnès Desarthe, Mangez-moi) </em></p>
<p>Listen schreiben gehört wohl zum Alltag von uns allen. Wer kennt nicht die endlosen  Erledigungs- und Einkauflisten? Das bringt (manchmal) Ordnung, aber (meistens) wenig Vergnügen.</p>
<p>Ganz andere Anregungen kommen aus der Literatur, zum Beispiel durch Bert Brechts Listengedicht „Vergnügungen“ oder durch das „Kopfkissenbuch“ der japanischen Hofdame Sei Shonagon: Was Herzklopfen verursacht, Hübsche Dinge, Was wunderbar ist, Was schnell vorbeigeht …</p>
<p>Diese Dinge aufzuschreiben gibt eine ganz neue Aufmerksamkeit, einen ganz neuen Fokus. Unzensuriert kann ich – ohne großartige Formulierungen – alle meine Stimmungen, Beobachtungen, Einfälle und Gedanken nach einer bestimmten Kategorie aufschreiben. Die Ideen bekommen Raum, sie sind wie kleine Feuerwerke und sprühen in alle Richtungen. Die aufgeschriebenen Wünsche bekommen ein Eigenleben und wirken weiter.<em> Die Worte sind wie bunte Lampions, die eine wohltuende Helligkeit verbreiten …  </em></p>
<p><em><a href="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/img0212.jpg" rel="lightbox[467]"><img class="alignright size-medium wp-image-472" title="img021" src="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/img0212-300x202.jpg" alt="" width="300" height="202" /></a></em></p>
<p>Wenn es mir gelingt, täglich eine Liste „100 schöne Dinge“, oder „Wofür ich dankbar“ bin, oder „Vergnügliches“ zu schreiben, lebe ich den Tag aufmerksamer und freudvoller. Es ist nicht egal, wohin ich meine Aufmerksamkeit gebe. Listen schreiben ist so einfach, und verwandelt vieles.</p>
<p>Der nächste Schreibraum mit Anregungen aus Kunst und Literatur „100 schöne Dinge oder warum immer nur Erledigungslisten schreiben“ findet am Donnerstag, 12. Mai 2011 von 19 bis ca. 21 Uhr bei mir statt. Maximal 7 Teilnehmer/innen, Ausgleich: 30 Euro,</p>
<p>Anmeldung<strong>:</strong> <a href="mailto:brigitta.hoepler@gmx.at">brigitta.hoepler@gmx.at</a> <strong></strong></p>
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		<title>Farben ins Schreiben bringen</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Feb 2011 08:30:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitta Höpler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[„Wer würde denken, dass auf einem der Tische ein Topf mit Stiften blüht und dass im orangefarbenen Lichtschein jemand schreibt, zeichnet und aktiv ist, während alle anderen schlafen?“ (Agnès Desarthe, Mangez-moi ) Viel braucht es nicht zum Schreiben.  Ein Blatt Papier (darüber habe ich schon geschrieben) und einen Stift. Was den Stift betrifft, haben Schreibende [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>„Wer würde denken, dass auf einem der Tische ein Topf mit Stiften blüht und dass im orangefarbenen Lichtschein jemand schreibt, zeichnet und aktiv ist, während alle anderen schlafen?“ (Agnès Desarthe, Mangez-moi )</em></p>
<p>Viel braucht es nicht zum Schreiben.  Ein Blatt Papier (darüber habe ich schon geschrieben) und einen Stift. Was den Stift betrifft, haben Schreibende so ihre Gewohnheiten, manche schreiben nur mit Bleistift, andere nur mit Füllfeder, einige mit Kugelschreiber,  wieder anderen ist es egal. Ich konnte mir nicht vorstellen, je etwas anderes als meine schwarze Füllfeder zu verwenden (die Versuche mit oranger, grüner und türkiser Tinte habe ich schon hinter mir). Doch dann kam die Farbe in Form eines „Straußes bunter Stifte“ in mein Schreiben.</p>
<p>Buntstifte, Filzstifte, wie Blumen in einem Glas auf den Tisch gestellt. Sehr verführerisch … Eine Liste, heute in Ultramarinblau? Ein paar Notizen in Zinnoberrot? Ein kurzer Text in Orange? Ein Brief in Türkis? Ein längst fälliger Entwurf in Maigrün? Alles, was zu schreiben ist, in Azurblau? Oder ist heute mehr der Tag für Weinrot?</p>
<p>Es macht Freude, bunte Stifte in der Wohnung blühen zu lassen. Sie leuchten, laden zum Schreiben ein, brauchen nicht viel und verwelken nicht.</p>
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		<title>Eine Leere, eine Fülle</title>
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		<pubDate>Thu, 20 Jan 2011 20:55:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitta Höpler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Räume]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Am liebsten habe ich ein weißes Blatt, manchmal habe ich Lust auf grün, orange, gelb, seltener auf blau. Manchmal ist es fest und glatt, fühlt sich in der Hand gut an, manchmal ist es eine Seite in einem Heft, ein anderes Mal einfach ein kariertes Blatt in einem College-Block. Immer ist das leere Blatt Papier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am liebsten habe ich ein weißes Blatt, manchmal habe ich Lust auf grün, orange, gelb, seltener auf blau. Manchmal ist es fest und glatt, fühlt sich in der Hand gut an, manchmal ist es eine Seite in einem Heft, ein anderes Mal einfach ein kariertes Blatt in einem College-Block.</p>
<p>Immer ist das leere Blatt Papier ein Raum für sich, ein Raum für mich, ein Denkraum, ein Handlungsspielraum. Ein Raum um mich auszuruhen. Ein Raum für meine Träume, Wünsche, Veränderungen. Auf dem Papier ist alles möglich. Die wiederkehrenden alten Geschichten können neu geschrieben werden, eine andere Fortsetzung, ein „happy end“ bekommen. Alles, was in Worte gefasst und aufgeschrieben wird, ist der Beginn einer Realisierung. Auf dem Papier kommen die Ideen und Wünsche in die Welt. Auf ein Blatt Papier zu schreiben ist einfach, jederzeit und überall möglich.</p>
<p>Die Leichtigkeit eines Blattes belastet mich nicht. Papier hat etwas Flüchtiges, Vergängliches. Von einem verbrannten Blatt Papier bleibt nur ein Hauch von Asche.</p>
<p>Ich kann es voll schreiben, oder die Leere genießen, manchmal in grün, orange oder gelb, seltener in blau, am liebsten in weiß.</p>
<p> <a href="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/IMG_2083-k4.jpg" rel="lightbox[438]"><img class="size-medium wp-image-446 alignnone" title="IMG_2083-k" src="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/IMG_2083-k4-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a></p>
<p>(Danke an Isabelle Schützenberger für das Foto)</p>
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		<title>Winterbilder</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Nov 2010 21:23:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitta Höpler</dc:creator>
				<category><![CDATA[Flanieren]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Schreiben]]></category>

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		<description><![CDATA[Einladung zu einem Dezember-Nachmittag im Kunsthistorischen Museum und einer Ausstellung im Museumsquartier Dieses Jahr freue ich mich auf den Schnee. Das ist neu, üblicherweise verbringe ich die Novembertage damit, Sonne in mir zu speichern als würde sie im Winter nicht scheinen. Jedem fallenden Blatt schaue ich wehmütig nach. Nachrichten vom Wintereinbruch in Teilen Österreichs ignoriere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Einladung zu einem Dezember-Nachmittag im Kunsthistorischen Museum und einer Ausstellung im Museumsquartier</strong></p>
<p>Dieses Jahr freue ich mich auf den Schnee. Das ist neu, üblicherweise verbringe ich die Novembertage damit, Sonne in mir zu speichern als würde sie im Winter nicht scheinen. Jedem fallenden Blatt schaue ich wehmütig nach. Nachrichten vom Wintereinbruch in Teilen Österreichs ignoriere ich – auch in der Wahl meiner Bekleidung – solange es nur irgendwie möglich ist.</p>
<p><a href="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/winterbild-250.jpg" rel="lightbox[371]"></a>Diesmal aber verbringe ich einen sonnigen Novembervormittag im Kunsthistorischen Museum vor Breughels Winterbildern. Eigentlich war ich auf der Suche nach der „Winterlandschaft“ von Lukas van Valckenborch. Dieses Bild ist mein „Kindheits-Winterbild und war meine Inspiration für den Nachmittag „<em>Schneegestöber – Winterbilder im Kunsthistorischen Museum“ </em>im Rahmen von <a href="http://www.brigittahoepler.at/raume/1-kunstwerk-viele-perspektive/" target="_self">1 Kunstwerk. Viele Perspektiven</a>. Wenn ich an Schneefall denke, dann an dieses Bild. Es hat etwas Verzaubertes, Gemütliches, Friedliches und erinnert mich an Augenblicke in der Kindheit, wenn es während der Schulstunden zu schneien begann, wir aus dem Fenster auf den Platz vor der Kirche schauten und kaum mehr ruhig sitzen konnten.</p>
<p>Das Bild von Valckenborch hängt derzeit offenbar nicht, ich habe aber großes Vergnügen an Breughels „Winterlandschaft mit Vogelfalle“ und „Jäger im Schnee“. Dieses angeblich berühmteste Winterbild der Kunstgeschichte bringt mir den Winter ganz nahe: die Nuancen des blau-grünen Winterhimmels, die vielfältigen Weißtöne des Schnees, die dunklen Gestalten der Jäger, die durch den Schnee stapfen, der Schnee auf den Bäumen und Dächern, die Raben in den kahlen Bäumen, die schroffen Berge im Hintergrund, die zugefrorenen Flüsse – alles verstärkt den Eindruck eisiger Kälte, die über der Landschaft liegt.</p>
<p>Jetzt habe ich Lust auf den Winter bekommen und mehr über diese Bilder und ihre Entstehung zu erfahren. Ich recherchiere und lese nach, über die Kälteperiode im 16. Jahrhundert, die heute als Kleine Eiszeit bezeichnet wird, und ihren Einfluss auf die Kunst. Und ich entdecke Charlie English und sein wunderbares „Buch vom Schnee“. Der englische Titel ist noch viel schöner: <em>The snow tourist. A search for the worlds purest deepest snowfall. </em>Seine vielen Reisen auf dieser Suche – die er höchst vergnüglich beschreibt &#8211; führen ihn auch zu Breughels Winterbildern nach Wien. Er denkt darüber nach, warum in einer so verschneiten Landschaft die zugefrorenen Flüsse frei von Schnee sind, und ob Breughel da nicht ein Fehler passiert ist. Dann kommt er zu dem Schluss, dass Breughel &#8220;<em>mehrere Orte, mehrere Momente und Tätigkeiten in einem einzigen Dokument zusammengebracht hat. Er hat einen Film gemacht, aus allem, was er uns über Schnee und Winter zeigen wollte, und ihn in ein einziges Bild gesteckt. Statt einen realen Ort zu einem realen Zeitpunkt zu malen, hat Breughel uns eine ganze Jahreszeit gezeigt. Er hat die Gesamtheit jenes Winters von 1565 auf die Leinwand gebannt&#8221;. </em></p>
<p>An diesem Novembertag, an dem ich beginne, mich auf den Winter zu freuen, habe ich auch noch eine Einladung zu einer Ausstellung von <a href="http://www.sibyllevogel.at" target="_self">Sibylle Vogel</a> in die <a href="http://www.kabinett.at" target="_self">Kabinett Passage</a> im Museumsquartier. Mit Sibylle habe ich das <a href="http://www.brigittahoepler.at/bucher/" target="_self">Wien-Buch</a> gemacht. Seit damals liebe ich ihre feinsinnigen, witzigen Zeichnungen und Illustrationen. Wir haben einander lange nicht gesehe. Ich bin neugierig, was sie in der Kabinett Passage zeigen wird. In der Einladung steht nur, dass sie zwei Bilder zeigt und im Automaten das Heft „Machine noire&#8221; präsentiert.  Der Erwerb ist sehr vergnüglich und rund um die Uhr möglich.  Man wirft 2 Euro in den Automaten, kann eine Klappe öffnen und das Heft entnehmen. Das Ganze erinnert mich an die Pez-Automaten meiner Kindheit. Freudig überrascht stehe ich dann vor den beiden ausgestellten Bildern. Es sind „Jahreszeiten-Bilder“, in bester Tradition dieses Genres, humorvoll und ironisch in unsere Zeit gebracht. Die Jahreszeiten, ihre Landschaften und typischen Tätigkeiten wurden schon in der mittelalterlichen Buchmalerei dargestellt, eines der berühmtesten Beispiele ist das Stundenbuch des Herzogs von Berry.</p>
<p><a href="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/winterbild-2501.jpg" rel="lightbox[371]"><img class="alignright size-medium wp-image-374" title="winterbild 250" src="http://www.brigittahoepler.at/wp-content/imgs/winterbild-2501-190x300.jpg" alt="" width="190" height="300" /></a>In Sibylles Winterbild „Winter in the Woods“ bevölkern Schneeflockenwesen den Winterwald, auf den kahlen Ästen sitzen Raben, bunte Phantasiebehausungen sind über das Bild verteilt. Der Winter ist nebelig, grau, stürmisch. Aber auch „fuzzy“. Und „nice“ ist es in der Badewanne. Auch im Bild, quasi als Symbol für den Winter, eine Wärmelampe, und Sätze mit Sibylles persönlichen Assoziationen zu ihrem Winterleben, in denen sich der Betrachter, die Betrachterin, leicht wiederfinden kann:<em>“I light a candle. I let my windows being renovated. I can make a cake with several layers of Schlagobers”. </em></p>
<p>Ich trinke einen Becher Wein in der Kabinett Passage, bin nicht warm genug angezogen, freue mich an den vielen Winterbildern, die ich an diesem November-Mittwoch gesehen habe, und freue mich auf den Schnee.</p>
<p>Den diversen Bildern aus ganz unterschiedlichen Zeiten ist eine Einladung gemeinsam: Jahreszeiten-Details wahrzunehmen, den Monat, den Tag, den Augenblick zu erleben. Und das durchaus auch mit Humor und Ironie.</p>
<p>1 Kunstwerk.Viele Perspektiven. <strong>Schneegestöber – Winterbilder im Kunsthistorischen Museum. Samstag, 4. Dezember 2010, 16 – 17.30</strong>.Treffpunkt in der Eingangshalle des Kunsthistorischen Museums.</p>
<p>Die <strong>Ausstellung von Sibylle Vogel</strong> ist rund um die Uhr in der <strong>Kabinett Passage im Museumsquartier</strong>, Durchgang Mariahilferstraße/Fürstenhof bis<strong> 9. Jänner 2011</strong> zu sehen.</p>
<p>Charlie English, Das Buch vom Schnee, Rogner und Bernhard, Berlin 2009</p>
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