Herbstwärts

Bei Sturm und Schmalzbrot, die Septembersonne im Gesicht, fühle ich mich aus der vergehenden Zeit gefallen.
Im Lusthauswasser spiegeln sich die leicht verfärbten Bäume so wie letzten Herbst, und vorletzten und vorvorletzen und so weiter.

„Alle sechs Flaschen Sturm sind explodiert“ erzählt die Frau am Nebentisch.
Ein wenig „durch den Sturm sein“ und weiter die Zeit anhalten wollen. In den Reiseskizzen von Andrej Stasiuk lesen: „denn ich begann zu begreifen, dass wir im Leben nichts bekommen als das, was wir schon haben.“

Erinnerungen ziehen durch meinen Kopf. Spätsommerübergänge. Herbstwärts.
In diesen Tagen wird die Wehmut körperlich.

Drei ältere Frauen am Tisch in der Ecke, blond übertünchte Haare, einen Hund am Schoß. „Mimi frisst alles außer mürbe Kipferl.“

Wenn ich jetzt aufstehe und gehe, ist die Zeit vergangen.

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  • Text und Raum, Weben und Wirken

    Diese Begriffe sind meine Arbeit, meine Sehnsucht, mein Zuhause, mein Weg, meine Gestaltungsmöglichkeit, meine Begabung, meine Herausforderung.