STANDARDMONTAGEN

Schlagzeilen einer Tageszeitung, meiner Tageszeitung (Der Standard) jeden Montag zerschnitten, aus dem ursprünglichen Kontext genommen, neu zusammengesetzt auf ein quadratisches Blatt geklebt (15 x 15 cm).

Ein Jahr lang, von 7. 8. 2017 bis 8. 8. 2018.

Montägliches poetisieren, schreiben mit Schere und Klebstoff. Sprache als reines Material, das in Form von Schlagzeilen vor mir liegt. Aus Worten, die jemand anderer geschrieben hat, entstehen kurze Texte, die ich so nie geschrieben hätte.

(Trans)mediale Poesie, die mich selbst überrascht.

Reaktionen

Durch wenige gezielt ausgewählte Worte erzeugen sie eindrückliche Stimmungen. Zwischen den Zeilen bleibt Raum für die Fantasie, zwischen den Worten entsteht Spannung, zwischen den Worten entsteht eine Geschichte, ein Appell, immer eine Anregung zum Nachdenken. Die Standard-Montagen sind Gedichte, sind visuelle Poesie, sind zeitgemäß und zeitlos zugleich.
Ich freue mich jede Woche darauf und darüber.
(Barbara Rieger, Autorin, Leiterin des Lehrgangs Schreibpädagogik)

In einer Zeit, in der Effizienz die Tage bestimmt, erscheinen Sprachspiele als Luxus. Die „Standardmontagen“ schreddern Titelzeilen, die intentional verfasst wurden, da liegt zudem auch ein Hauch von Sachbeschädigung in der Luft. Auf der anderen Seite haben schon die Dadaisten gezeigt, wie befreiend es ist, Sinn gelegentlich einfach zu zertrümmern. Denn zwischen den Trümmern sprießt Poesie, ähnlich wie Blumen in Asphaltrissen. Und das ist dann oft eine unerwartete, überraschende Freude. Wir wissen so viel und staunen so wenig.
(Franz Zauner, Journalist, Online-Chef Wiener Zeitung)

Die Standardmontagen sind für mich Montagsüberraschungen. Der vertraute Standardfarbschriftton entführt die flanierende Leserin in spannende und neue Welten.
(Anna Wexberg, Zeithistorikerin, Künstlerin)

 

  • Text und Raum, Weben und Wirken

    Diese Begriffe sind meine Arbeit, meine Sehnsucht, mein Zuhause, mein Weg, meine Gestaltungsmöglichkeit, meine Begabung, meine Herausforderung.