Reisen heißt in Bewegung sein

Reisen heißt für mich in Bewegung sein. Oft die Perspektive wechseln. Offen sein. Schauen. Wahrnehmen. Riechen. Schmecken. Fühlen. Hören. Lesen. Schreiben. Jeden Tag neu sein, oder es zumindest versuchen.

Mein Reisesommer hat für mich mit dem Buch von Ulrike Juza “Die Erde ist auf den Satz gefallen” begonnen, das mir eine Freundin im Juni geschenkt hat, eingepackt in eine Zeitungsseite mit Himmel, Meer und den Worten “Hin und Weg”. Ulrike Juzas Buch ist das Tagebuch ihrer Reise um die Welt. “ich bin damals einfach aus der tür hinausgegangen, habe den nachtzug nach hamburg genommen und bin ein jahr und zwei tage lang nur dem herzschlag gefolgt … nur voll vertrauen in die erde und das leben … je freier du bist, desto mehr kann auf dich zukommen”.

Das sind schöne Sätze, die ich gerne immer wieder lese. Auf Zettel hat Ulrike Juza unterwegs Worte gesammelt, Gesehenes, Erlebtes, Gefühltes aufgeschrieben. Aus den Worten Sätzen geformt, letztendlich eine Auswahl getroffen und ein einem Buch zusammengefasst.

Ihre Worte haben meine bereichert, während ich in Europa unterwegs war, haben meine Aufmerksamkeit geschärft.

Die erste Reise in diesem Sommer führte mich nach Barcelona – eine einzige Einladung zum Flanieren und Stadt-bewohnen. Barcelona, das sind 42 Märkte, 2 Hügel, breite Straßen, enge Gassen, gelbe Blüten auf grauem Asphalt, Palmen, Olivenbäume, Akazien.

Auf einem kleinen Platz in Brüssel begegne ich Jacques Brel auf einem lebensgroßen Foto und bekomme Lust, wieder einmal seine Lieder zu hören. Fetzen von Melodien und Liedtexten begleiten mich an diesem Augustabend in Brüssel: La valse à mille temps, Quand on n’a que l’amour …

Auf der Fähre nach England dann die Möwen. Die Liebe zu diesen Vögeln teile ich mit Ulrike Juza. “die möwen. sich gleiten lassen. nicht dem wind ausweichen und nicht verzweifelt einen ausweg suchen. lass sein”. Stundenlang könnte ich ihnen zuschauen. Wie sie mit dem Wind und den Wellen spielen. Ein paar Flügelschläge machen. Gelassen und unaufgeregt.

In London trinke ich starken schwarzen Tee, müde von dieser Stadt und unruhig. “Abwarten und Tee trinken”. Abgedroschen, aber tröstend dieser Satz, der mir in den Kopf kommt.

Südengland ist grün, und der Himmel so nahe. Hinter jedem Hügel ein Horizont. Dahinter das Meer, oder noch ein Hügel. Nach drei Tagen am Meer spüre ich, was die Redewendung “durch den Wind sein” bedeutet.

Das Reisetagebuch füllt sich mit Worten, Sätzen, Bildern, die Taschen mit Muscheln und Steinen, der Kopf mit Bildern, Eindrücken und Erlebnissen.

Zurück in Wien nehme ich die Fäden meiner Arbeit wieder auf, und den Haushalt, und wünsche mir, in Bewegung zu bleiben, oft die Perspektive zu wechseln.

Das Buch von Ulrike Juza “Die Erde ist auf den Satz gefallen” ist im Eigenverlag erschienen und bei ihr zu bestellen: www.ulrikejuza.com

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  • Text und Raum, Weben und Wirken

    Diese Begriffe sind meine Arbeit, meine Sehnsucht, mein Zuhause, mein Weg, meine Gestaltungsmöglichkeit, meine Begabung, meine Herausforderung.