Poesienahversorgung – eine partizipative Stadtvermittlung
eine Weltwahrnehmung, eine Weltteilnahme
eine partizipative Kunst- und Stadtvermittlung
orts- und ereignisbezogen
verbindend
interdisziplinär
in vielfältigen Formen und Formaten
Inspirationen / Grundlagen
Der griechische Wortursprung von Poesie, poíesis, Erschaffung, schöpferisch tätig sein.
Wilhelm Genazino, Die Belebung der toten Winkel, Frankfurter Poetikvorlesung, 2006
Der Dichter teilt mit dem Kind die Offenheit seiner Weltteilnahme. Wie das Kind nimmt der Schriftsteller Kontakt mit Details und Dingen auf. Er muß in der Lage sein, mit diesen in längere Versenkungsphasen einzutauchen, auch wenn nicht klar ist, worin sich der poetische Mehrwert einer Versenkung zeigen wird. Mit einer gewissen somnambulen Sicherheit suchen Dichter und Kinder das Poetische an seinen Nistplätzen auf und eröffnen Verhältnisse der freundlichen Belauerung. In den Dingen ist Magie, in den Dichtern ist Magieerwartung.
Hans Ulrich Obrist, Kuratieren“, C.H. Beck Verlag, 2015
Die Aufgabe des Kuratierens ist es, Verbindungen zu schaffen, dafür zu sorgen, dass verschiedene Element miteinander in Berührung kommen, selbst wenn es bisweilen schwierig ist, die Wirkung solcher Gegenüberstellungen exakt nachzuzeichnen.
Kuratieren als eine Form der Kartografie, die neue Wege durch eine Stadt, eine Kultur oder Welt eröffnet.
Stadtvermittlung
Die Stadt als Collage, als Montage – ein Prozess des Aufbauens, Zusammenfügens, Kombinierens, Verflechtens – aus unterschiedlichen Zeiten, Bedürfnissen, Sehnsüchten, Funktionen, aus Geträumtem, Geplantem und Gewachsenem. Die Stadt als Palimpsest, – der ursprüngliche Text immer wieder abgeschabt, abgewaschen und neu beschriftet. Der verborgene Subtext einer Stadt.
„Alles einmal Geschehene würde Schwingungen im Äther hinterlassen und man müsste nur die Technologie erfinden, um diese wieder in Sichtbares umzuwandeln“. (Anton Philipp, Genia Loci)
Dem/der Genius/Genia Loci folgen, der besonderen Atmosphäre eines Ortes, dem Wesen eines Ortes, dem Zauber, der von einem Ort ausgeht. Durch topographische und historische Besonderheiten, durch die Geschichten, die Menschen, die mit einem Ort verbunden sind. Die „zerstäubten Reste“ im Stadtgefüge – materielle und immaterielle Bestandeile fügen sich ineinander. Die entstehenden Fugen geben der Phantasie Raum.
Diese Fugen ausleuchten, mit Informationen aus Kunst- und Stadtgeschichte, literarischen Texten, poetischen Handlungsanweisungen, Fragen, die „Belebung der toten Winkel“,
das ist Poesienahversorgung.
Durchgeführte Projekte
Für den Carinthischen Sommer 2026:
Poesienahversorgung – ein Raum im Kärntenmuseum Klagenfurt bei Klang.Raum.Museum
Stadtspaziergang Villach.Stadt.Entdecken
Poesienahversorgung to go beim Stadtfest Villach
Zwischen Kunst und mir ein Blatt Papier – Schreiben im Wien Museum

