Einträge von Brigitta

Dezemberrituale

Jeden Dezember gehe ich ins Kunsthistorische. Zu den Winterbildern der Niederländer. Das Valkenborchsche Schneegestöber war als Kind mein Lieblingsbild. Ich mag es immer noch. Die Winterlandschaften von Avercamp und Brueghel. Immer kaufe ich Karten dieser Winterbilder, setze mich ins Café in der Kuppelhalle und schreibe sie. Dieses Jahr nicht. Es ist dermaßen voll, Schlangen vor […]

Eingeschriebenes, Aufgelesenes

Stadtstreunen, mit dem Rad, stundenlang.Auflesen. Fotografieren. Notieren.Das Textfeld Stadt bearbeiten. Stadtschriften sammeln.Die Fotos ausdrucken, hin und her schieben.Zu Bildgedichten, Kurzprosa, zu Feststellungen, Aufrufen, Anklagen. Mehr poetisieren, als dokumentierenDa und dort wohl auch romantisieren.Und trotzdem: immer auch politisieren. Dort, wo das Ichals Verlängerung in die Welt hineineine Kunstform der Übersetzung (aus den Boulevardverdichtungen)

Nahaufnahmen – ein bildnerisch-literarischer Dialog

30 Autorinnen schreiben zu 21 Kunstwerken von Künstlerinnen des Sprengel Museums. Eine Kooperation der Literaturzeitschrift Wortschau mit dem Sprengel Museum Hannover. Was für ein freudvolles, inspirierendes Projekt von Johanna Hansen, Mitherausgeberin der Wortschau. Was für eine gelungene Umsetzung in der Konzeption und Gestaltung im Wortschau Verlag. Die Einladung war, bewusst eine literarische und keine kunsthistorische […]

GENIA LOCI – eine Rezension, eine Begeisterung und die Liebe zum Ort

Genia Loci ist mehr als nur der Titel des Romans von Anton Philipp. Es gibt einige Protagonisten, etwa den jungen Historiker Nino, der mit der Transkription eines barocken Manuskriptes beschäftigt ist. Oder, in jenem Manuskript, ein Jesuitenpater, der von den Geschehnissen in der Alservorstadt im Mai des Jahres 1723 in Ich-Form erzählt. Doch die eigentliche […]

Kollektiv Seefrauen – das Manifest

Seefrauen lieben Zufälle. Zufälliges. Ihnen Zufallendes.So geschehen auch mit Seebarn, einem Auftrittsort künftiger Seefrauen, wo zum zufällig entstandenen Seegarn glückliche Assoziationen kamen.Seefrauen, Seegarn spinnend, Frauen sichtbar machend.Später im Café Heumarkt, einem weiteren Auftrittsort, die Frage nach den See- oder Sehfrauen.Das hatten sie nicht kommen sehen, es war ihnen zufällig ins Netz gegangen. Spinnst du? Oh […]

MUTTER – ein Ausstellungsprojekt von Anne Vaupel

„Eine Mutter haben, keine Mutter (mehr) haben, eine Mutter sein, keine Mutter sein, sich wie eine Mutter fühlen, eine Mutter erträumen, eine Mutter vermissen.“ Das Thema „Mutter“ ist ein weites Feld, ein Feld voller Projektionen. In der Mitte des Lebens verändert sich das eigene Mutter- oder Kind-sein noch einmal sehr. Dieser Prozess war der Anlass […]

Stadtpalimpsest

Palimpsest, im Mittelalter eine beschriebene Manuskripseite, abgeschabt, gewaschen und immer wieder neu beschrieben. Reste der gelöschten Schichten bleiben zum Teil sichtbar, erahnbar.

Der Brennessel, Hillary und ich

Im Juli 2016 haben Hillary Keel (18. Juli 1959 bis 27. Oktober 2022) und ich mit anderen am Sommerworkshop des BÖS teilgenommen. Geleitet hat ihn Sophie Reyer, geschrieben haben wir rund um die Almhütte von Gertrude Moser-Wagner. Wir haben den ganzen Tag geschrieben, frühabends waren wir im Fischteich schwimmen, spätabends haben wir im Frühstücksraum unserer […]

Die Salonage

Der Salon ist männlich, die Salonage weiblich. Salonage klingt nach Bagage.Nach lustvollem Feiern, Zusammenhalten und Ausprobieren. Klingt nach Montage und Collage.Die Dinge durcheinander bringen und neu zusammensetzen.Die Realität, die Möglichkeiten, Träume, Wünsche und Notwendigkeiten kunterbunt vermischen.Das Fragmentarische schätzen und pflegen.Die Lücken lieben, die Risse aushalten. Zwischenräume und Experimente vom Glück.So etwas wie ein Leo, ein […]

Brach liegen

Mein Gedicht „Brach liegen“ ist heute Gedicht des Tages in der Poesiegalerie. Für die Reihe Boulevardverdichtungen verdichte ich jeweils eine Nummer der Boulevardzeitung AUGUSTIN auf ein paar Zeilen.